Der Fotograf ist nicht das Erste, was ihr braucht. Das Erste ist ein Datum — und das hängt an zwei Dingen, die deutlich früher vergeben sind, als die meisten denken.
Was wirklich früh weg ist
Die Location. Die Ratgeber sind sich hier einig: mit der Suche etwa ein Jahr vorher anfangen. Bei den gefragten Häusern sind ein bis zwei Jahre keine Übertreibung, vor allem für Samstage zwischen Mai und September. Wer im November heiratet, hat plötzlich Auswahl.
Das Standesamt. Hier gibt es keine Warteliste und kein Verhandeln, sondern eine Frist — und die ist von Stadt zu Stadt anders geregelt.
Berlin: sechs Monate, auf die Minute

Trautermine werden in Berlin auf den Tag genau sechs Monate vorher freigegeben. Beliebte Sommersamstage sind danach in Minuten vergeben. Ob die Freigabe online um Mitternacht läuft oder telefonisch während der Öffnungszeiten, ist von Standesamt zu Standesamt verschieden — findet das vorher heraus. Die Berliner Standesämter haben dafür eine gemeinsame Seite mit allen Standorten. Berlin ist ein Extremfall, aber kein Einzelfall.
Wie das in der Praxis aussieht, haben Sarah und Timo vorgemacht. Timo leitet eine Firma mit eigenem Call-Center — und zum Zeitpunkt der Freigabe hatten alle dort nur eine einzige Aufgabe: anrufen und eine freie Leitung erwischen. Sie haben den Termin im Standesamt Zehlendorf bekommen.
Das ist absurd und wahr zugleich, und es zeigt, worum es eigentlich geht: nicht um Glück, sondern um viele Versuche im selben Moment. Wie ihr Tag weiterging, steht in ihrer Reportage.
Wer nicht fünf Telefone auftreiben kann, kommt mit vier Dingen erstaunlich weit: den genauen Zeitpunkt der Freigabe kennen — die meisten wissen nicht, dass es überhaupt einen gibt. Zu mehreren gleichzeitig probieren. Alle Daten vorher bereitlegen, damit niemand während der Eingabe sucht. Und zwei Ausweichtermine sowie ein zweites Standesamt schon vorher festlegen. Wer erst in diesem Moment anfängt zu überlegen, hat verloren.
Die besondere Kirche

Bei bekannten Kirchen ist die erste Frage oft nicht wann, sondern ob ihr überhaupt dürft. Das übersehen viele Paare — und merken es, wenn das Datum schon steht.
Der Hamburger Michel schreibt es offen auf seine Seite: Beide sollen Mitglied einer christlichen Kirche sein, einer von beiden der evangelisch-lutherischen. Getraut wird in der Regel samstags. Die Karwoche fällt aus, das Wochenende vor dem ersten Advent ebenfalls, und Gemeindeveranstaltungen können weitere Termine blockieren. Traugebühren werden übrigens keine erhoben.
Das habe ich nicht selbst erlebt, es steht so bei der Gemeinde. Aber die Reihenfolge, die daraus folgt, gilt für jede Kirche, die euch am Herzen liegt: zuerst klären, ob ihr infrage kommt — dann über den Termin reden. Ein Anruf im Gemeindebüro kostet fünf Minuten und erspart im schlimmsten Fall eine komplette Umplanung.
Und erst danach der Rest
Steht das Datum, wird alles andere leichter. Der Fotograf, die Musik, das Essen — dafür habt ihr mehr Zeit, als die Checklisten im Netz suggerieren. Bei mir zum Beispiel reicht ein halbes Jahr, weil ich meine Tour danach plane; warum das so ist, steht im Beitrag über Fotografen.
Eine Ausnahme gibt es: Wenn es in eurer Gegend nur einen guten DJ gibt, gilt für den dasselbe wie für die Location. Knappheit entsteht nicht durch Beliebtheit allein, sondern durch Beliebtheit bei wenig Angebot.