Frau im schwarzen Sommerkleid mit Darth-Vader-Maske, die Hände in die Hüften gestemmt, dahinter unscharf eine Almwiese in den Bergen über Oberstdorf.

Die meisten Portraits versuchen, ein Gesicht zu zeigen. Dieses hier versteckt eines — und trotzdem weiß man nach zwei Sekunden, wer da steht.

Angie war im Juli mit mir oben über Oberstdorf. Ihre Familie war dabei, es war einer dieser Nachmittage, an denen niemand auf die Uhr sieht. Und irgendwann lag da ein Darth-Vader-Helm.

Warum so ein Bild funktioniert

Ein schwarzes Sommerkleid, weiße Sneaker, Hände in den Hüften, dazu Almwiese und Oberstdorfer Kalkfelsen. Der Helm macht aus einer entspannten Frau in den Bergen eine Figur, die dort eigentlich nichts zu suchen hat — und genau an dieser Reibung bleibt das Auge hängen.

Ganzkörperaufnahme einer Frau mit Darth-Vader-Maske im schwarzen Kleid, ein Fuß auf einem Felsblock, im Rücken die grüne Bergflanke über Oberstdorf.

Das ist kein Trick, den man einer Kundin überstülpt. Das funktioniert nur, wenn jemand mitspielt und Spaß daran hat, sich zum Affen zu machen. Angie hatte den.

Frau mit Darth-Vader-Maske steht auf einer Felskuppe gegen den offenen Himmel, neben ihr nur Wolken.

Auf der Kuppe stand sie dann gegen den offenen Himmel, und plötzlich braucht das Bild keinen Hintergrund mehr. Nur Silhouette, Wolken und diesen Helm.

Frau mit Darth-Vader-Maske reckt die Arme über den Kopf, vor ihr eine Blumenwiese mit Felsblöcken, dahinter die Gratkette der Allgäuer Alpen.

Der Wechsel

Dann kam das Dirndl. Helle Spitze, Mieder, und darüber weiter der Helm — und aus dem Gag wird etwas anderes. Tracht ist in Oberstdorf nichts Verkleidetes, sie gehört dorthin. Der Helm gehört nirgendwohin. Zusammen ergibt das ein Bild, das man nicht mehr vergisst.

Frau im hellen Spitzendirndl mit Darth-Vader-Maske stützt sich auf einen Felsen, rechts im Anschnitt ein Berggipfel über Oberstdorf.
Frau im hellen Spitzendirndl mit Darth-Vader-Maske im hellen Mittagslicht, hinter ihr die Bergkette über Oberstdorf.
Nahaufnahme der Darth-Vader-Maske über dem Spitzenmieder eines Dirndls, im Hintergrund die Berge

Am Ende stand sie barfuß auf dem Kalk, Hände in den Hüften, hinter ihr nur noch Himmel. Das ist das Bild, das ich am schnellsten zeige, wenn mich jemand fragt, wie ich arbeite.

Frau im hellen Dirndl mit Darth-Vader-Maske auf einem Felsen, dahinter der Grat der Allgäuer Berge

Was dabei nicht geht

Ehrlich dazu: Ein Helm nimmt dir das Gesicht. Alles, was ein Portrait sonst ausmacht — der Blick, das halbe Lächeln, die Sekunde, in der jemand sich vergisst —, fällt weg. Deshalb haben wir an diesem Nachmittag auch ohne fotografiert, und diese Bilder sind mir genauso wichtig. Ein Helmbild allein wäre ein Gag. Erst zusammen wird daraus ein Shooting.

Und noch etwas: Solche Bilder entstehen nicht, weil ich sie mir ausdenke. Sie entstehen, weil jemand etwas mitbringt — ein Kleidungsstück, eine Schrulle, einen Helm — und weil genug Zeit da ist, damit auszuprobieren. Wer mit einer fertigen Bildidee zu mir kommt, bekommt sie umgesetzt. Wer ohne kommt, bekommt Zeit. Beides funktioniert, nur nicht zwischen zwei Terminen.

Wo das war

Fotografiert im gefundenen Licht, ohne Blitz, ohne Aufbau — in den Bergen über Oberstdorf, an einem Julinachmittag mit wechselnder Bewölkung. Genau die Art von Licht, bei der ein Studio nichts bringt und ein Berg alles.

Im Allgäu bin ich regelmäßig, nicht nur in Oberstdorf. Was ich dort sonst fotografiere, steht auf der Seite Hochzeitsfotograf Allgäu; freie Arbeiten wie diese hier sammle ich unter TFP und freie Projekte.